Frühjahrskur für Feinschmecker
Spargel ist ein uraltes Edelgemüse, das schon seit der Pharaonenzeit im Mittelmeerraum angebaut wurde. Man schätzt ihn aus vielerlei Gründen. Einmal natürlich, weil er so gut schmeckt ."Schmeichelei des Gaumens", nannte ihn zum Beispiel der römische Gelehrte Cato. Zum anderen auch, weil man ihm liebessteigernde Kräfte zutraute - was wohl eher auf seine Form als auf seine Inhaltsstoffe zurückzuführen ist. Vor allem aber, weil er als so gesund galt. Nicht umsonst nannten die Botaniker ihn "Asparagus officinalis", Apotherspargel. Denn die Apotheker brauten aus ihm eine Essenz, die noch im vorigen Jahrhundert gegen Gicht und Nierenleiden verschrieben wurde. Eine Vorstellung, bei der sich jedem Feinschmecker heute die Haare sträuben. Aber die Kräuterdoktoren hatten gar nicht mal Unrecht. Denn Spargel enthält nicht nur einiges an Vitaminen (in 100 g stecken zum Beispiel 50ug Vitamin A, 110 (g Vitamin B1 und 120 (g Vitamin B2), er enthält vor allem reichlich Kalium und Asparagin, die beide die Nierentätigkeit anregen. Da Spargel zudem noch wenig Kalorien hat (in 250 g stecken nur 50 Kalorien), ist er die ideale Frühjahrskur für Feinschmecker.

Umgang mit den feinen Stangen
Wenn Sie Spargel nicht sofort zubereiten können, dann sollten Sie ihn in feuchte Geschirrtücher wickeln und ins Gemüsefach des Kühlschrankes legen. Auf der anderen Seite ist es seinem Aroma aber nicht abträglich, wenn Sie ihn vor einer abendlichen Einladung zum Spargelessen schon am Vormittag schälen und die geschälten Stangen in feuchte Geschirrtücher gewickelt bis zum Abend ins Gemüsefach des Kühlschrankes legen.
Weißer Spargel muss immer großzügig geschält werden und zwar, indem man mit Messer oder Spargelschäler unterhalb der Köpfe ansetzt und nach unten hin dicker schält. Schalen und Endstücke, die ebenfalls abgeschnitten werden müssen, sollte man nicht wegwerfen. Man kann aus ihnen eine Suppe kochen oder einen Sud, in dem man hinterher die Stangen gart.



So garen Sie Spargel
Es gibt zwei Methoden, Spargel zu kochen. Man kann aus Schalen und abgeschnittenen Enden einen Sud kochen, in dem man dann die Stangen garen lässt. Dann schmeckt er aromatischer, als wenn man ihn in Salzwasser kocht. Auf jeden Fall gehört eine Prise Zucker und ein Stück Butter ins Kochwasser. Manche Feinschmecker empfehlen auch , das Salz durch gekörnte Hühnerbrühe zu ersetzen. Die zweite Methode: Den geschälten Spargel tropfnass in einen Topf mit zerlassener Butter geben, salzen (bzw. Hühnerbrühe drüberstreuen) und bei geschlossenem Topf in ungefähr 20 Minuten gar dünsten. Kurz vor Ende der Garzeit mit einem Schuss Sahne begießen.

 

 

  So schmeckt Spargel am Besten
Ebenso einfach wie köstlich ist die klassische Art, Spargel zu servieren: mit zerlassener Butter und neuen Kartoffeln. Dazu wahlweise Schinken, Kalbsteaks oder Rührei. Daneben schmeckt er auch mit einer Holländischen Sauce oder mit einer Kräutervinaigrette. Er harmoniert auf einer Gemüseplatte mit anderen Frühlingsgemüsen. Er ergibt roh oder gekocht einen feinen Salat. Er schmeckt in einer hellen feinen Suppe und in Aufläufen. Man sollte ihn allerdings nur sparsam würzen, um sein feines Aroma nicht zu überdecken. Feine Kräuter, zum Beispiel Kerbel, Petersilie und Kresse oder Basilikum, passen gut zu seinem Aroma. An helle Saucen oder Suppen mit Spargel gehört außerdem etwas Zitronensaft und -schale oder etwas herber Weißwein.

Sind die Spargelköpfe erst durchs Erdreich gebrochen, verfärben sie sich rasch. Sie sollten vielmehr dann gestochen werden, wenn sich erste Risse im Erdreich zeigen.